Strom aus dem Meer

Durch die Anziehungskraft von Sonne und Mond erhalten die Ozeane der Erde ständig neue Energie.
Sie treiben Meeresströmungen mit verschiedenen Temperaturen an, bewirken Wellen, Gezeiten, Wind und Sturmfluten und erhöhen den Salzgehalt. Trotz des großen Potenzials, gibt es heute nur wenige Offshore-Windparks und Geizeitenkraftwerke, wie den Windpark „Baltic 1“, der im Mai 2011 offiziell vor der Küste von Mecklenburg-Vorpommern ans Netz ging. Dafür müssten aber auch neue Hauptstromtrassen gebaut, Speichertechnologien geschaffen und Verteilnetze renoviert werden, wofür ein Sonderprogramm der Kreditanstalt für Wiederaufbau zum Ausbau erneuerbarer Energien geplant ist. Der Park besteht aus 21 Windkraftanlagen und liegt 16 km vor der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst, sodass man ihn sich bei einer Übernachtung in einem Hotel in Zingst ansehen kann. Es handelt sich um ein sieben Quadratkilometer großes Seegebiet, das von der Küste aus gut zu sehen ist.

Nach Angaben des Betreibers EnBW kann der Windpark mit seiner Gesamtleistung von 50 Megawatt jährlich 185 Gigawattstunden Strom für ca. 50.000 Haushalte erzeugen. Der Energiekonzern plant sogar noch einen weiten Windpark nördlich von Rügen, der sechsmal so groß wie „Baltic 1“ und bis ca. 2012 ausgebaut sein soll. In der Ausschließlichen Wirtschaftszone (AWZ) sind weitere Kraftwerkparks mit tausenden Windenergieanlagen geplant, die teils schon genehmigt wurden. Dennoch gibt es noch ein Problem, das bei aller Planung bedacht werden muss: 90 Prozent der Ozeanflächen sind sehr weit vom Land entfernt. Um alle Menschen innerhalb von Deutschland mit Strom aus dem Meer zu versorgen, egal ob für den Privathaushalt oder für einen großen Hochspannungsmotor, ist daher ein unwahrscheinlich großer, logistischer Aufwand nötig. Der Weitertransport des Stroms über vorhandene Leitungen in südliche Regionen des Landes reicht bisher noch nicht aus. Optimal wäre es daher, die Energie aus dem Meer nicht nur alleine, sondern in Verbindung mit anderen Kraftwerkstypen zu nutzen, um erneuerbare Energie flächendeckend gewährleisten zu können.

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