Wir waren mal wieder auf einem Ausflug von Langeoog nach Sylt unterwegs, als wir eine kleine Gruppe Surfanfänger beobachteten, die noch nie auf einem Brett gestanden zu haben schienen. Ständig fielen sie ins Wasser, kamen gar nicht erst hinein oder konnten sich nur ganz kurz aufs Brett stellen, falls sie es überhaupt schafften. Auch der Surflehrer schien mit den Männern und Frauen, die eine Altersspanne von ca. 20 bis 50 einnahmen, stark überfordert und wollte das Ganze wohl schon aufgeben, als wir auf die Gruppe zugingen und sie fragten, woher sie denn kamen und ob sie denn schon mal auf einem Surfbrett standen.
Ein Mann um die 40 teilte uns dann mit, dass es sich um eine kleine Abteilung einer Industriefirma handelte, die bisher kaum, und wenn nur als privater Badeurlaub, am Meer war. Die meiste Zeit verbrachten sie entweder im Büro oder in einem Tagungshotel in Hannover und wollten die Anzüge, Kostüme und Büroräume endlich mal gegen Neoprenanzüge, Badehose, Bikini, Strand, Meer und Sonnenschein eintauschen und fuhren deshalb als Abteilung an die Nordsee. Damit sollten das Gemeinschaftsgefühl gestärkt und die allgemeine Firmenatmosphäre aufgelockert werden. Wir hatten natürlich sofort ein Herz für die kleine Gruppe und boten ihnen an, ihnen die wichtigsten Kniffe und Tricks beizubringen, worüber der eigentliche Surflehrer nicht begeistert war.
Doch alleine hätte er den Trupp sicher niemals zum Surfen gebracht, vor allem nicht, da sie nur zwei Tage in den Hotels auf Sylt verbringen würden. Und so begannen wir direkt damit, sie kurz in die Theorie und dann intensiv in die Praxis einzuführen. Nach den zwei Tagen waren sie zwar dennoch keine Profis, konnten sich jedoch recht gut auf den Brettern halten. Sie haben versprochen, wiederzukommen, um sich mit der Zeit zu verbessern und die lahmen Büroräume immer wieder gegen das weite Meer einzutauschen.